Definitionen

Was ist ein Kriegerdenkmal oder ein Ehrenmal?

Es ist ein Denkmal, das zur Erinnerung an gefallene Soldaten errichtet wurde.
Auf vielen Kriegerdenkmälern werden die Gefallenen und Vermissten eines Ortes
oder der politischen Gemeinde einzeln namentlich genannt - das sind die Kriegerdenkmäler
im Wortsinn. Wenn auf den Denkmälern lediglich ein Widmungstext ohne Namensnennung
der Gefallenen zu finden ist, handelt es sich strenggenommen um kein Kriegerdenkmal,
sondern um Mahnmale, Regiment-Ehrenmale u.ä.
Frühere Kriegerdenkmäler verkündeten Stolz, Revancheabsichten und Wehrwillen,
während "Neuere" zu Frieden mahnen und deren militärischen, aber meist den zivilen
Opfern gedenken.

Entstehung und gesetzliche Grundlagen:

Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht entstanden auch erstmals Denkmäler,
die nicht nur an Feldherren und Offiziere erinnerten, sondern auch dem "gemeinen"
Soldaten gedachten. Der "Bürger" wurde durch die Wehrpflicht "Soldat" und ihm sollte
ein Denkmal errichtet werden. Dessen Funktion sollte die Angehörigen trösten und
den Tod des Verwandten einen "Sinn" geben, soweit dies überhaupt möglich ist.
Das Opfer sollte aber auch den Überlebenden Vorbild sein und den Staat und seine
Ideale repräsentieren.

Die Situation in Deutschland: (hier gibt es über 100.000 Kriegerdenkmäler)

Friedrich Wilhelm III erliess am 5.Mai 1813 die "Verordnung über die Stiftung eines
bleibenden Denkmals, für die, so im Kampfe für Unabhängigkeit und Vaterland blieben".


§1

Jeder Krieger, der den Tod für das Vaterland in Ausübung einer Heldentat findet, die ihm
nach dem einstimmigen Zeugnis seiner Vorgesetzten und Kameraden den Orden des
Eisernen Kreuzes erworben haben würde, soll durch ein auf Kosten des Staats in der
Regimentskirche zu errichtendes Denkmal auch nach seinem Tode geehrt werden.


§3

Ausserdem soll für alle, die auf dem Bette der Ehre starben, in jeder Kirche eine Tafel auf
Kosten der Gemeinden errichtet werden, mit der Aufschrift: Aus diesem Kirchspiele starben
für König und Vaterland: Unter dieser Aufschrift werden die Namen aller zu dem Kirchspiel
gehörig gewesenen Gefallenen eingeschrieben. Oben an die, welche das Eiserne Kreuz erhalten,
oder desselben würdig gewesen wären."


Der Aufstellung von Denkmälern kam ein Gesetz von 1890 entgegen, dass die Befugnis
zur Errichtung von Denkmälern auf die Gemeinden übertrug.


In Deutschland gibt es seit 1952 das "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer
von Krieg und Gewaltherrschaft", das sogenannte "Gräbergesetz", das die inländischen
Kriegsgräberstätten in die Obhut der jeweiligen Gemeinde stellt.

1939/45:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund der verworrenen Situation durch Vertriebene
und Verschollene eine namentliche Nennung der Gefallenen sehr schwierig, in grossen
Städten so gut wie unmöglich. Weiterhin wurden aufgrund der politischen Situation im Nachkriegsdeutschland, im
aufkommenden Pazifismus der Nachkriegszeit meist den Opfern des Krieges gedacht und
nicht deren Soldaten.
In kleineren Orten und Gemeinden, wo man noch einen Überblick über die Vermissten und
Gefallenen hatte, wurden meist keine eigenen Denkmäler errichtet, sondern nur Denkmäler
des Ersten Weltkrieges um eine Namenstafel der Gefallenen erweitert. Das erklärt auch,
dass bei vielen Kriegerdenkmälern noch die Zeichen des Kaiserreiches, wie Adler,
Viktoria oder Germania zu sehen sind.
In der ehemaligen DDR war an Kriegerdenkmäler nicht zu denken. Vielmehr wurden dort
häufig Ehrenmale für sowjetische Soldaten errichtet.

In den ehemaligen deutschen Ostgebieten hat man nach der Vertreibung und Flucht
die Denkmäler abgeschliffen, umbenannt oder einfach zerstört.

Die grössten Denkmäler des Zweiten Weltkrieges (in Deutschland):
  • Marine-Ehrenmal in Laboe bei Kiel (wurde um die Namen der Gefallenen des WKII erweitert)

  • das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptower Park
  • Ehrenmal des Heeres auf der Festung Ehrenbreitenstein bei Koblenz (Bild befindet sich auf der Startseite)
  • Ehrenmal der Luftwaffe in der Nähe des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck

    Die grössten Soldatenfriedhöfe (in Deutschland):
  • Waldfriedhof Halbe in Brandenburg

  • auf dem Hügel Golm auf Usedom

  • Ehrenfriedhof Eversberg in NRW

  • bei Bitburg
  • Wie schauts in anderen Ländern aus?

    Der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" übernimmt im Auftrag der
    Bundesregierung die Pflege von Friedhöfen im Ausland, auf denen deutsche Soldaten
    bestattet sind.
    Er übernimmt weiterhin die Suche, Identifizierung von deutschen Gefallenen, sowie die
    Benachrichtigung der noch lebenden Angehörigen und die sogenannte Umbettung der
    sterblichen Überreste auf den nächstgelegenen Soldatenfriedhof.

    Der Volksbund betreut über 2 Millionen Kriegsgräber in 44 Staaten.

    Die grössten deutschen Soldatenfriedhöfe im Ausland:
  • in Lommel, Belgien mit über 39.000 Bestatteten

  • Langemarck in Belgien (erster Weltkrieg)

  • Nazareth in Israel (Erster Weltkrieg)

  • Kriegsgräberstätte Bodj Cedria in Tunesien für die 8562 Opfer des Tunesien-Feldzuges 42-43

  • Deaumont, im sog. Beinhaus, Frankreich (Erster Weltkrieg)
  • Auskunft über Vermisste oder unbekannt Verbliebene gibt der "Volksbund", aber auch die
    "Deutsche Dienststelle WASt" in Berlin.
    Dort wurde mir geholfen, nachdem der Volksbund keine Informationen zum Verbleib des Grossvaters
    einer Bekannten hatte. Nach einigen Telefonaten mit der "Deutschen Dienststelle" in Berlin und
    einiger Korrespondenz, bekam ich über den "Verschollenen" eine genaue schriftliche Auskunft mit
    dessen Ausbildungsgang, Auszeichnungen, seinen Einsätzen und Einheiten, sowie den Ort und
    die Umstände seines Todes.
    Man sollte sich aber auf eine Wartezeit von 6 Monaten-plus einstellen, oder aber man
    lässt seinen "fränggischn Schahm" spielen und hat das Ergebnis nach 6 Wochen in den Händen ;-)