Deutscher Soldatenfriedhof Bordj Cedria in Tunesien

Am 30. Mai 2008 ging es wieder mit einem vertrauenserweckenden Renaul Clio Leihwagen von Skanes
ins 140 km entfernte Cedria, ca. 30 km ostwärtig von Tunis. Im Gegensatz zur Umgebung der Touristenhochburgen,
kann dort auf dem Land kaum jemand englisch oder gar deutsch. Etwas französisch sollte man mitbringen, oder
aber ein gutes Navi mit aktueller Routensoftware. Da ich ein solches nicht besitze, mussten meine 4 Jahre
Schulfranzösisch herhalten. Und was soll ich sagen???? Es hat geklappt ;-)

Zur Kriegsgräberstätte Bordj Cedria:

Als unübersehbares Mahnzeichen wirkt die am 28. September 1977 eingeweihte Kriegsgräberstätte in die
tunesische Landschaft hinein. Hier ruhen 8562 bei den Kämpfen von November 1942 bis Mai 1943 in Tunesien
gefallene oder in Gefangenschaft verstorbene Soldaten.
Das Kriegsgräberabkommen mit Tunesien vom 28. März 1966 bildete die Rechtsgrundlage, um auf tunesischem
Territorium verstreut liegende Gefallene ein dauerndes Ruherecht zu sichern.
Die Kriegsgräberstätte liegt im Bereich der Küstenzone mit ihren Weinfeldern und Olivenkulturen, zwischen
karstigen und wiederbewaldeten Höhenzügen, am Nordwesthang des Gebirgsausläufers Keddel, in der Nähe des
Dorfes Bordj Cedria (ca. 700 Einwohner).
Auf der Hauptstrasse Nr. 1, Tunis - Sousse, zweigt 3 km nach Hamman-Lif der ca. 800 m lange Zufahrtsweg zur
Kriegsgräberstätte ab. Vorwegweiser kennzeichnen die Zufahrt

Am Ende des Parkplatzes ist das Eingangsgebäude mit der Verwalterwohnung als Abschluss quer zum Hang gelagert.
Ein deutsch sprechender Tunesier betreut die Anlage im Auftrage des Volksbundes. Eine überdachte Treppe führt
zu dem offenen, gegen Sonne und Regen geschützten Besucherraum. Zwischen Treppenaufgang und diesem Raum ist
ein schmiedeeisernes Gitter gezogen. Die entgegengesetzte Seite des Besucherraumes ist mit farbig glasierten
Kacheln
gestaltet und zeigt in Umrissen das Land Tunesien mit den ursprünglichen Grablageorten. Gebrannt
wurden diese Kacheln in Nabeul, einer alten tunesischen Töpferstadt. Der eingebrannte Text lautet:

"Diese Kriegsgräberstätte wurde in den Jahren 1973-1975 errichtet. Hier fanden die ursprünglich in
Bizerta, El M´Dou, La Marnaghia, Mateur, Nassen und S`Fax bestatteten deutschen Soldaten ihre endgültige
Ruhestätte."

Ein gepflasteter Weg führt hinauf zur Gräberstätte, die auf einer vorgeschobenen Hangschulter liegt.
Oben befinden sich drei Flaggenmaste, mit der Flagge des Volksbundes, Deutschlands und Tunesiens.
Über einige Stufen wird der zentrale, baumbestandene Innenhof erreicht, um den sich, entsprechend der
Hanglage, sechs gestaffelte, etwas versetzte Einzelhöfe mit den in Ossarien (Gebeinhäuser) geborgenen
Toten gruppieren. Der inmitten des zentralen Gedenkhofes stehende Gedenkstein trägt in arabischer, deutscher
und französischer Sprache die Inschrift:

"In dieser Gräberstätte ruhen 8562 deutsche Soldaten
1939-1945"

Im Bereich des Innenhofes befinden sich auch die Gedenkplatten mit den Namen von 104 deutschen Soldaten,
welche in Tunesien gefallen sind, deren Gräber aber bis zum heutigen Tage nicht gefunden wurden.
Vier immergrüne Bäume spenden Schatten.

Die Toten aus den aufgelassenen Friedhöfen wurden vom Umbettungsdienst das Volksbundes in den Jahre
1974 bis 1976 geborgen und sind jeweils in sechs in sich abgschlossenen Höfen bestattet. Sie ruhen in
Ossarien, an denen auf Natursteintafeln die Namen der dahinter zur letzten Ruhe gebetteten Toten verzeichnet sind.
Jeder Tafel trägt sieben bis zehn Namen. Bei der Umbettung konnte einem grossen Teil der etwas 2000
unbekannten Toten durch Identifizierung der Name wiedergegeben werden. Ruhebänke laden zum Verweilen und
zur Besinnung ein. Öffnungen in den Wänden geben den Blick frei, der weit nach Norden bis zur blauschimmernden
Bucht
von Tunis, nach Süden auf felsige Gebirgszüge und zu Füssen der Gräberstätte auf die Talebene mit ihren
Olivenhainen und Weinfeldern reicht.
Auch diese Anlage wird von Einheimischen in einen vorbildlichen Zustand gehalten.

Die verschiedenen Einzelhöfe: