Bundeswehr Ehrenmal in Berlin

Dieses Ehrenmal für alle Teilstreitkräfte steht auf dem Gelände des Bendlerblocks, am
östliche Rand der Hildebrandstraße.
Wenn man bedenkt, daß die Umsetzung Jahre benötigte, fragt man sich wenn man davor
steht, ob es wirklich das politisch viel diskutierte Ehrenmal sein kann.
Es ist ein 41 Meter langer, 8 Meter breiter und 10 Meter hoher Betonquader. Die durch-
brochene Bronzehülle mit der der Klotz verhängt ist, soll an die Struktur der, im
Todesfall halbierten Erkennungsmarke erinnern. Da dies anscheinend von einem un-
gedienten Künstler entworfen worden ist, reicht nach 12 Jahren aktiven Bundeswehrdienst
meine Fantasie nicht aus, diesen Gedanken auch nur ansatzweise zu erkennen.


Links innen steht in großen Lettern:

DEN TOTEN UNSERER BUNDESWEHR FÜR FRIEDEN, RECHT UND FREIHEIT


Vor der rechten Wand ist Platz für Kränze.



Am 11.01.2011 war lediglich einer vom Rotary-Club Havelberg dort.



Wenn man bedenkt, daß nicht einmal 4 Wochen vorher
ein Obergefreiter in Afghanistan starb, wundert es einen schon, daß kein Kranz
vom Bundesministerium für Verteidigung zu sehen war. Genau so einen erwartet der
Besucher auf Dauer, 365 Tage im Jahr. Hoffentlich läßt dies nicht auf den Stellen-
wert des Ehrenmals bei unseren Politikern schließen.
Im Ehrenmal selbst gibt es weder Namen noch Daten von für Deutschland gestorbenen
oder gefallenen Soldaten. Diese 3100 Namen werden jeweils für etwa 5 Sekunden an die
Wand projiziert. Bedenkt man, daß man bei ungünstiger Sonneneinstrahlung gar nichts
erkennen kann, so müssen die trauernden Angehörigen im ungünstigsten Fall über 4 Stunden
warten, bis der Name ihres toten Familienmitglieds erscheint.
Damit fällt das Denkmal als Ort der privaten Trauer aus.
Im Großen und Ganzen bin ich von der Machart sehr enttäuscht und auch sicher, daß
ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe.

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