Soldatengrab von
Unteroffizier Alfred Brotkorb
auf dem Erbeskopf

Am 16.04.1914 war ich mit meiner Frau auf der Landesstrasse 164 aus Trier kommend
Richtung Idar-Oberstein unterwegs. Da fiel mir ein Sandsteinkreuz am
Strassenrand auf. Da dies kein Andenken an einen Verkehrtoten sein konnte,
drehte ich nach ca. 5 km Weiterfahrt um, um mir das Gesehene näher zu betrachten.

Zu meiner Überraschung fand ich das sehr schön gepflegte Soldatengrab des
Unteroffiziers Alfred Brotkorb, geb. 21.01.1913, gefallen am 18.03.1945
(17.03.1945 auf Grabkreuz ist falsch) durch amerikanischen Tieffliegerangriff.

Der Fleischermeister Alfred Brotkorb heiratete vor Kriegsbeginn, seine Tochter
Karin wurde 1940 geboren.

Sein Werdegang in der Wehrmacht, in die er am 27. August 1939 eingezogen wurde, war:
  • 3. Kompanie InfRgt 465 als Angehöriger der Feldküche.Hierbei
    Hierbei im Westfeldzug eingesetzt.
  • Im Ostfeldzug bei 11. Btl. InfRgt 465 bis kurz vor Moskau dabei
Am 03. August 1944 durch Granatsplitter am Baranow Brückenkopf schwer verwundet kam
er in eine Genesungskompanie und danach zur 10. Bat. Des IV./Volks-Art-Korps 410,
mit dem er auch bei der Ardennenoffensive eingesetzt war.

Beim hektischen Rückzug der Truppen über den Erbeskopf am 18.03.45 riß an der
Stelle des heutigen Soldatengrabes plötzlich die dichte Nebeldecke auf und
amerikanische Jagdbomber eröffneten sogleich ihr Feuer auf die ausweichende Truppe.
Hierbei wurde der, nun zum Unteroffizier beförderte Alfred Brotkorb tödlich verletzt.
Seine Kameraden begruben ihn an Ort und Stelle. Hier liegt er noch immer, eine
Umbettung fand nicht statt.

Noch am selben Tag wurde der Erbeskopf mit seiner Wetter- und Funkstation von
amerikanischen Truppen besetzt.

Die Pflege des Grabes übernahm anfangs das Försterehepaar Ostermann aus Deuselbach,
später die Gemeinde Deuselbach.

Mit der Zeit nahm die Natur immer mehr Besitz davon, so dass sich 2004 einige
Bekannte und die Thalfanger Herrn Werner Schab und Dominik Müller scharten, um sich
der Pflege der Grabstätte ehrenamtlich anzunehmen. Nach ca. 350 Stunden
aufopferungsvoller Arbeit und der Unterstützung der Firma Köhl in Trier und dem
Landesbetrieb Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz, entstand ein würdiges Kleinod
mit schönem Grab und großer Informationstafel direkt neben der Strasse.